Leistung
Die bodengleiche Dusche ist der Prüfstein jeder Badsanierung
Kein anderes Bauteil im Bad entscheidet so sehr über Qualität und Lebensdauer. Eine bodengleiche Dusche sieht einfach aus, ist aber die anspruchsvollste Stelle im Raum. Gefälle, Abdichtung, Rinnenlage, Plattenzuschnitt und Anschlussdetails müssen zusammen geplant werden. Wird eines davon nachträglich improvisiert, sieht man es sofort oder man sieht es erst nach fünf Jahren an der Nachbarwand.
Wir gestalten keine Bäder, wir gestalten Zustände. Der Zustand, den eine gute bodengleiche Dusche erzeugt, ist Selbstverständlichkeit. Kein Absatz, keine Schwelle, kein Materialwechsel, kein Nachdenken.



Aufbauhöhe und Machbarkeit
Die entscheidende Frage lautet: Wie viel Höhe steht zur Verfügung? Klassische Punktabläufe brauchen mehr Aufbau als flache Rinnensysteme. Im Neubau und im Massivbau ist meist genug Platz. Im Altbau mit Holzbalkendecke arbeiten wir mit extraflachen Rinnen, teilweise mit Wandablauf, und stimmen den Aufbau auf die Statik ab. Wie das konkret aussieht, zeigen unsere Projekte in Frankfurt, Wiesbaden und Kronberg.
Abdichtung ist keine Option
Unter Fliese und Naturstein gehört eine Verbundabdichtung, sauber an Wand, Ablauf und Türlaibung angeschlossen. Wandanschlüsse werden mit Dichtbändern in die Abdichtungsebene eingebunden. Der häufigste Schadensfall im Bad ist nicht das Rohr, es ist der schlecht ausgeführte Anschluss zwischen Boden und Wand. Deshalb ist die Abdichtung bei uns nie eine Position, an der gekürzt wird. Mehr dazu unter Komplettsanierung und Badsanierung Kosten.
Eindrücke.
Materialien und Lichtführung aus umgesetzten Projekten im Rhein-Main-Gebiet.



Gefälle, Rinne und Fliesenbild
Das Gefälle liegt üblicherweise bei ein bis zwei Prozent. Bei Linienrinnen kann der gesamte Duschbereich einachsig geneigt werden, was große Formate erlaubt. Bei Punktablauf braucht es vier Gefälleflächen und damit deutlich mehr Zuschnitte. Wer große Platten oder Naturstein einsetzen will, fährt mit Linien- oder Wandrinne fast immer besser.
Abtrennung, Sichtschutz und Reinigung
Eine Walk-in-Verglasung ohne Rahmen wirkt am ruhigsten. Achte auf beschichtetes Glas, an dem Kalk schlechter anhaftet, und auf eine Stabilisierung, die ohne Bodenprofil auskommt. Spritzwasser lässt sich durch ausreichende Duschtiefe und die richtige Kopfbrausenposition zuverlässig kontrollieren, ohne den Raum mit Türen zu verstellen.
Vorteile über die Optik hinaus
Eine bodengleiche Dusche vergrößert kleine Räume optisch, weil der Bodenbelag durchläuft. Das ist der stärkste Effekt bei kleinen Bädern. Gleichzeitig ist sie die technische Grundlage jedes barrierefreien Bads und Voraussetzung für die Nutzung mit Duschsitz. In größeren Bädern lässt sie sich zur Erlebnisdusche erweitern, siehe Wellnessbad planen. Und im Luxusbad ist sie ohnehin Standard.
Wo wir bauen
Wir setzen bodengleiche Duschen im gesamten Rhein-Main-Gebiet um, unter anderem in Hanau, Mainz, Offenbach, Darmstadt, Bad Homburg, Königstein und Aschaffenburg. Der Ablauf ist unter Badsanierung Ablauf beschrieben.
Die drei häufigsten Schadensursachen
Der Wandanschluss. Der Übergang zwischen Bodenabdichtung und Wandabdichtung ist die kritischste Stelle im gesamten Bad. Wird das Dichtband nicht sauber in beide Ebenen eingebunden oder in der Ecke gestückelt, entsteht ein Weg für Wasser hinter die Fläche. Der Schaden zeigt sich oft erst nach Jahren, dann aber in der Nachbarwand oder in der Wohnung darunter.
Der falsche Ablauf. Ein Ablauf mit zu geringer Ablaufleistung führt bei modernen Regenbrausen mit hohem Volumenstrom dazu, dass sich Wasser in der Duschfläche staut. Das sieht man beim Duschen sofort und lässt sich nachträglich nicht beheben, ohne die Fläche zu öffnen. Ablaufleistung und Brausewahl gehören deshalb gemeinsam geplant.
Die Silikonfuge als Abdichtung. Silikon ist ein Wartungsbauteil mit begrenzter Lebensdauer, kein Abdichtungsbauteil. Wenn hinter dem Silikon keine funktionierende Abdichtung liegt, beginnt der Schaden in dem Moment, in dem die Fuge altert. Bei uns ist die Silikonfuge ausschließlich optisch, die Dichtheit liegt darunter. Alle drei Punkte sind reine Ausführungsqualität. Sie kosten kaum Material, sondern Sorgfalt und Zeit.
Von der Walk-in-Lösung zur begehbaren Nasszelle
Es gibt mehrere Ausbaustufen. Die einfachste ist die bodengleiche Duschfläche mit einer festen Glasscheibe als Spritzschutz. Sie braucht ausreichende Duschtiefe, üblicherweise mindestens 100 bis 120 Zentimeter in Sprührichtung, und eine gut gewählte Brausenposition.
Die zweite Stufe ist die Doppeldusche mit zwei Brausen und einer größeren Fläche, sinnvoll ab etwa 120 mal 160 Zentimetern. Hier lohnt eine Linienrinne über die gesamte Breite, weil das Gefälle dann einachsig verläuft und großformatige Platten ungeschnitten bleiben können.
Die dritte Stufe ist der komplett offene Nassbereich, in dem Dusche und teilweise Wanne in einer gemeinsamen, abgedichteten Zone liegen. Das ist die großzügigste Lösung, verlangt aber eine sorgfältige Planung von Entwässerung, Beheizung und Lüftung, weil die Feuchtelast im Raum steigt. Welche Stufe für dich sinnvoll ist, hängt weniger vom Budget ab als von der verfügbaren Fläche und davon, wie viel Trockenbereich du im Bad brauchst.
Kurz zusammengefasst
Die bodengleiche Dusche ist der Prüfstein jeder Badsanierung. Sie sieht einfach aus und ist die anspruchsvollste Stelle im Raum. Entscheidend ist die verfügbare Aufbauhöhe. Flache Linien- und Wandrinnen machen die Lösung auch im Altbau möglich. Das Gefälle liegt bei ein bis zwei Prozent. Linienrinnen erlauben einachsiges Gefälle und damit große Formate ohne Vierteilung. Die drei häufigsten Schadensursachen sind ein schlecht eingebundener Wandanschluss, ein unterdimensionierter Ablauf und Silikon, das als Abdichtung missverstanden wird. Die schwellenlose Dusche ist zugleich die Grundlage jedes barrierefreien Bads.
Häufige Fragen zur bodengleichen Dusche
Geht das auch im Altbau?
In den meisten Fällen ja, mit flachen Rinnensystemen oder Wandablauf. Wir prüfen die Aufbauhöhe im Aufmaß.
Spritzt Wasser aus einer Walk-in-Dusche heraus?
Bei ausreichender Duschtiefe und richtig positionierter Brause nicht nennenswert.
Welche Rutschhemmung brauche ich?
Im privaten Bereich ist R10 üblich, bei erhöhtem Sicherheitsbedarf zusätzlich Bewertungsgruppe B.
Wie reinige ich eine Duschrinne?
Der Einsatz lässt sich entnehmen, Haarsieb und Geruchsverschluss sind ohne Werkzeug zugänglich.
Ist eine Duschrinne teurer als ein Punktablauf?
Das Bauteil ja, die Verlegung wird durch weniger Zuschnitte aber oft günstiger.
Wie viel Duschtiefe brauche ich ohne Tür?
In Sprührichtung mindestens 100 bis 120 Zentimeter, abhängig von der Position der Kopfbrause.
Kann die Rinne auch in der Wand liegen?
Ja. Ein Wandablauf spart Aufbauhöhe und erlaubt ein einachsiges Gefälle zur Wand hin.
Wie groß sollte eine Doppeldusche sein?
Ab etwa 120 mal 160 Zentimetern, dann arbeiten zwei Brausen ohne gegenseitige Störung.

Bodengleiche Dusche
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